Deutschland braucht mehr Entrepreneurship

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Deutschland gilt als Land der Dichter und Denker, ebenso wie als Land der Tüftler und der Händler. Über Jahrhunderte ist so ein kulturell wie wirtschaftlich sehr wohlhabendes Land entstanden. Unsere Produkte genießen weltweit eine sehr hohe Anerkennung, ähnlich wie unser Land selbst. Dafür haben viele Generationen geschuftet. Diesen Zustand wollen wir bewahren und im besten Falle weiter ausbauen.

Doch wie steht es heute um das Land der Tüftler? Welche großen Innovationen haben in den letzten Jahrzehnten den Sprung von der Werkbank in die Läden geschafft? Im Zeitalter der Digitalisierung droht Deutschland den Anschluss zu verpassen. Das liegt nicht alleine an der weiterhin mangelnden Breitband-Versorgung oder an teuren Mobilfunktarifen. Es fehlt an Innovationen, die von der ersten Idee bis hin zur marktwirtschaftlichen Umsetzen voran gebracht werden. Es fehlt an Gründern, die bereits sind, eigene Risiken einzugehen, um etwas Neues zu schaffen.

Die Zahl der Existenzgründer ist in den letzten Jahren rapide gesunken. Dazu trägt sicherlich auch die wirtschaftlich insgesamt gute Verfassung Deutschlands zu bei. Seit 10 Jahren führt uns die CDU-Bundesregierung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel souverän durch jede Krise. Doch wer nichts wagt, der kann auch nicht gewinnen. Dieses alte Sprichwort kehrt langsam aber sicher in den Mittelpunkt der politischen Diskussion zurück. Gleichwohl müssen wir die Debatte in die breite, öffentliche Diskussion bringen. Dazu möchte ich gerne meinen Beitrag leisten.

Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung war ich Mitte September in Berlin. Mit einer Gründerinitiative möchte die Stiftung Politik und junge Wirtschaft zusammen bringen, den Diskurs fördern. Dazu hatten die Organisatoren einen idealen Ort gewählt: die Factory Berlin. In dem alten Backsteingebäude hat sich eine ganze Reihe von Startups angesiedelt. Die Dynamik liegt quasi in der Luft. Im Mittelpunkt der Diskussionen stand jedoch weniger das Herz der Berliner Startup-Szene, sondern die Vorstellung einer neuen Initiative – initiiert durch die CDU-Bundestagsabgeordneten Carsten Müller (Niedersachsen), Mark Hauptmann (Thüringen) und Dr. Carsten Linnemann (NRW).

Prof. Reza Ashgari (TU Braunschweig) stellt den 10 Punkte Plan der Initiative „Entrepreneurship für Deutschland“ vor. Im Kern geht es darum, die Bedeutung der Startups und ihrer Gründer als Initiatoren und Träger von Innovationen stärker in der öffentlichen und politischen Debatte zu verankern. Von ihrer Tätigkeit und ihren Erfolgsaussichten hängt der Wohlstand in Deutschland maßgeblich ab. Die Steigerung der Wertschätzung gegenüber Gründern sowie die Verankerung des Gründungsgedankens in der Bildung sind dabei zwei grundlegende Forderungen. Weiterhin geht es um die Finanzierung von Startups, die Behebung des Fachkräftemangels und eine internationale Vermarktung der Szene.

Viele Baustellen auf einmal. Dabei könnten wir alleine schon bei den Begrifflichkeiten anfangen. Zwar werden viele in der Szene gängige Begriffe direkt aus der englischen Sprache übernommen, jedoch längst nicht alle Formulierungen. So sprechen wir in Deutschland beispielsweise von Risikokapital, im angelsächsischen Raum wird dagegen der Begriff Venture Capital benutzt. Wenn wir jede Investition in ein junges Unternehmen gleich als Risiko bezeichnen, unterstellen wir den Gründern doch direkt ein durchaus mögliches Scheitern. Ziel aber sollte es doch sein, (potentielle) Gründer zu ermutigen, ihnen Unterstützung zu geben.

Hier setzt die Initiative an. Ein gut durchdachtes Programm, welches ich sehr gerne unterstütze. Dazu kann man sich direkt auf der Homepage registrieren und „Botschafter“ werden. Ich bin dabei. Wie sieht es mit Ihnen aus? Machen Sie mit und lassen Sie uns den Wirtschaftsstandort Deutschland weiterentwickeln. Geben wir jungen Gründern die Wertschätzung die sie verdienen und die richtigen Rahmenbedingungen, damit aus kleinen Ideen eines Tages erfolgreiche Unternehmen werden, die einen ähnlichen Ruf erlangen, wie ihn unsere großen deutschen Konzerne seit vielen Jahrzehnten haben.

Die Initiative „Entrepreneurship für Deutschland“ ist sicherlich nur ein Baustein. Gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion bringe ich viele weitere Bausteine in die politische Diskussion der Hamburgischen Bürgerschaft ein, so wie kürzlich die StartupCard, welche leider von SPD und Grünen abgelehnt wurde. Wenn auch Sie eine Idee haben, wie wir die Startup-Szene in Hamburg und darüber hinaus fördern können, kommen Sie gerne jederzeit auf mich zu.

Quelle (Bild und Text): Carsten Ovens – Moderne Politik für Hamburg, 30. Sept. 2015, (http://www.carsten-ovens.de/deutschland-braucht-mehr-entrepreneurship/)